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Editorial der Ausgabe Juni 2026

Verehrte Leserinnen und Leser,

inkriminierte Güter werden in nicht unerheblicher Anzahl tagtäglich durch Postdienstleister befördert. Diese Distributionsstrategie erschwert vor allem die Rückverfolgung zum Ursprungsort, lässt aber andererseits auch keinen Rückversand bei Unzustellbarkeit zu und bietet damit Ansätze zur Strafverfolgung wie der erste Beitrag von Herden u.a. aufzeigt.

Im zweiten Aufsatz setzt Ackerschott seine Betrachtungen zum Prompt Engineering mit der Darstellung des ACH-Promptings und seiner Operationalisierung fort. Damit zeigt er einen umfassenden Lösungsansatz zu den im ersten Teil (Kriminalistik, 5/2026, S. 258 ff.) dargestellten Problemstellungen auf.

Frey widmet sich in seinen Darstellungen einer Bestandsaufnahme der Auswirkungen auf die Strafverfolgungspraxis sowie der gesellschaftlichen Implikationen der Sexualstrafrechtsreform aus 2016 und kommt zu einem differenzierten Ergebnis.

Mit der Betrachtung der statistischen Erfassung nichtdeutscher Tatverdächtiger und der daran geübten Kritik beteiligt sich Ebadi an einem hoch relevanten und zuweilen voreingenommen geführten sicherheitspolitischen Diskurs und stärkt im Ergebnis die polizeiliche Erfassungspraxis, unterbreitet aber dennoch Verbesserungsvorschläge für die statistische Erfassung nichtdeutscher Tatverdächtiger.

Mehling u.a. knüpfen mit ihrer Betrachtung des subjektiven Sicherheitsempfindens in der Altmark partiell an und nehmen dabei die persönlichen Gestaltungsmöglichkeiten im unmittelbaren sozialen Umfeld mit in den Blick.

Der zweite Beitrag zu aktiven Maßnahmen russischer Geheimdienste (Fortsetzung aus Kriminalistik, 5/2026, S. 282 ff.) nimmt auf Grundlage öffentlich zugänglicher Informationen eine umfassende quantitative Betrachtung von Handlungsansätzen, Zielsetzungen, Angriffszielen und Akteuren vor, ergänzt die bisherigen Betrachtungen um diese Aspekte und schließt eine gesellschaftspolitische Einordnung an.

Léger betrachtet in seinem fokussierten Artikel für die Schweiz die Entwicklung der Cyberkriminalität im Kanton Wallis und spricht konkrete Empfehlungen zur Bekämpfung dieses Phänomens aus. Theißen nimmt die europäische Strategie zur Bekämpfung der transnational organisierten Rauschgiftkriminalität zum Anlass, ausgewählte zwischenstaatliche Polizeiverträge zu vergleichen und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten. Franzke und Sasse gehen der Frage nach, was Kinder von Polizisten und Polizistinnen motiviert, den Polizeiberuf zu ergreifen und arbeiten Implikationen für das polizeiliche Personalmanagement heraus.

Joachim Faßbender, Prof. Dr. Sigmund P. Martin
Chefredaktion


Verlag C.F. Müller

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